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Kleine Verlage - Große Chancen

Aktualisiert: 4. Jan.

Ein Interview mit dem lichtung verlag

Von Leonie Winter


Mitarbeiterinnen des lichtung verlags: Eva Bauernfeind und Kristina Pöschl (Foto: Miriam Lange)


Kristina Pöschl, Geschäftsführerin des lichtung verlags (Foto: Elisabeth Ettl)

Mit dem turtle magazin(e) wollen wir jungen Autor:innen helfen, Kontakte zu knüpfen und mit der großen und vielfältigen Welt der Verlage vertraut machen. Mit dem lichtung verlag findet sich in der Region Südostbayern ein kleiner Verlag mit vielfältigem Programm und regionalem Bezug. Der Verlag überzeugt seit 30 Jahren mit seiner zeitgenössischen Literatur.

Wir hatten die Möglichkeit mit Kristina Pöschl, Geschäftsführerin des lichtung verlags, zu sprechen, die uns etwas mehr über die Arbeitsweise des Verlags erzählt, über die Bücher, die verlegt werden, und was man als junge:r Schriftsteller:in beachten sollte.





Zu den Personen hinter dem Verlag:

Kristina Pöschl, geboren 1986, hat Germanistik an der LMU München studiert. Seit 2011 ist sie Mitarbeiterin beim lichtung verlag, 2014 hat sie den Verlag zusammen mit ihrer Kollegin Eva Bauernfeind übernommen. Neben dem Kulturmagazin lichtung erscheinen pro Jahr gut fünf Bücher. Die beiden Geschäftsführerinnen übernehmen alle Arbeiten im Verlag selbst: Lektorat, Satz und Gestaltung, PR und Vertrieb. Im Verlag erscheinen belletristische Romane, Erzählbände und Gedichtbände. Außerdem geben Eva Bauernfeind und Kristina Pöschl Anthologien heraus.

Welche Bücher verlegt ihr? Was für Autor:innen sucht ihr?

Wir verlegen zeitgenössische Literatur von Autor:innen aus dem Raum Südostbayern, also Romane, Erzählbände, auch Lyrik in Mundart und Hochsprache. Außerdem hin und wieder Sachbücher zu zeitgeschichtlichen Themen und Fotobände. Interessant wären für uns zum Beispiel Autor:innen, die anspruchsvolle Romane schreiben, die einen Bezug zur Region haben.


Wie ist euer Verhältnis zwischen jungen, neuen Autor:innen und denen, die schon lang dabei sind?

Tatsächlich gibt es bei uns im Verlag nicht so viele junge Autor:innen. Uns ist es wichtig, mit einer Autor:in längerfristig zusammenzuarbeiten und diese im besten Fall über Jahre und Jahrzehnte zu begleiten. Und da unser Verlag schon über 30 Jahre besteht, haben wir einige Stammautor:innen, von denen immer wieder Bücher bei uns erscheinen.

Aber wir schauen auch, dass wir immer wieder jemanden Neuen dazubekommen, vielleicht so alle zwei Jahre ein neues Gesicht. Und wir halten immer Ohren und Augen nach jungen Talenten offen. Da unser Programm mit fünf Büchern pro Jahr sehr klein ist und wir nicht viele Autor:innen unterbringen können, veröffentlichen wir immer wieder Anthologien, in denen auch Nachwuchsautor:innen vertreten sind.

Wie lange plant ihr die jeweiligen Frühjahrs/Herbst-Programme im Voraus?

Das ist bei uns kurzfristiger als bei großen Verlagen. In der Regel planen wir ein gutes Jahr im Voraus. Für 2022 ist das Programm zum Beispiel schon komplett voll, wir machen uns schon die ersten Gedanken über 2023.

Was ist dein Lieblingsbuch momentan?

In unserem Verlag ist mein Lieblingsbuch eigentlich immer das, das zuletzt erschienen ist! Man hat so lange und intensiv daran gearbeitet, man kennt es in- und auswendig, dann ist es einfach schön, wenn man es auch präsentieren kann und andere es lesen.