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Interview mit Künstlerin Sophie Stroux


COLLECTIVE INTERVIEW

In dieser Interviewreihe werfen wir einen Blick hinter die Fassade der vorgestellten Kunstwerke und betrachten vor allem die Menschen und Gedanken dahinter. Gesichter zu Werken. Geschichten zu Konzepten. Wir stellen euch die Künstler:innen unseres Kollektivs vor.


Heute mit Künstlerin Sophie Stroux

- Ein Interview von Lucie Vollath






In Sophies Lyrik sind Worte Bilder und Rätsel mit Klang. Soundpoesie. Ein Spiel mit Sprache, das nicht einfach gefallen, sondern Anstoß sein soll. Über die Entwicklung eines eigenen Stils und das Aufbrechen bestehender Grenzen in der Kunst -











Sophie, ...



Was ist deine Vision – als Mensch und als Künstler:in?

Ich schreibe ja vor allem Lyrik und Lyrik arbeitet mit starken Bildern, die auf knappem Raum funktionieren. Lyrik ist oft wie ein kleines Rätsel, bei dem man versucht, die einzelnen Bestandteile zusammenzufügen, um verschiedene Bedeutungsebenen zu entschlüsseln. Ich fühle mich da oft ein bisschen wie Sherlock.

Außerdem versuche ich, mit meiner Soundpoesie bestehende Genregrenzen Stück für Stück aufzubrechen. Laut antiker Definition ist Lyrik ja auch gesprochenes, nicht geschriebenes Wort.

Ich will meine Gedichte nicht einfach nur vorlesen und darauf warten, dass Menschen klatschen. Niemand muss meine Werke schön finden. Ich glaube so eine Erwartung an Kunst zu stellen, ist weder zeitgemäß noch als Künstler:in wirklich befriedigend. Aber Kunst soll Reaktionen hervorrufen – Reaktionen welcher Art auch immer. Sie soll Bilder hervorrufen, anregen und Anstoß sein.



Denkst du also, dass Kreativität Menschen mehr erreichen kann als Sachlichkeit?

Auch hier denke ich, dass die Trennung zwischen Kreativität und Sachlichkeit künstlich gezogen ist. Das eine ist mit dem anderen vereinbar und die Verbindung von beidem ist gut. Man kann über die kreative Schiene ja auch eine sachliche Aussage machen. Und genauso lässt sich auch in mathematischen Formeln oder physikalischen Beweisen einiges an Poesie finden. Ein Bekannter von mir verbindet gerne Formen der Dokumentation mit Lyrik – das ist doch sachlich und poetisch zugleich. Oder besser: Zeigt die Poesie in dem Sachlichen.


Wie bist du zur Kunst gekommen?